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Landgericht Dortmund

Überblick

Bild: F.F., Briefkasten des Landgerichts Dortmund, 08.05.2012

Bild: F.F., Landgericht Dortmund, 08.05.2012

Grundlegende Informationen

Name Landgericht Dortmund
Anschrift Kaiserstr. 34
44135 Dortmund
Fernruf 0231 926 - 0
Telefax 0231 926 - 10200
Internet http://www.lg-dortmund.nrw.de/

Bild: F.F., Landgericht Dortmund, 08.05.2012

Gerichtsbezirk

Bild: F.F., St. Petri, 08.05.2012

Zum Landgerichtsbezirk Dortmund gehören die Amtsgerichte Hamm, Lünen, Unna, Kamen und Castrop-Rauxel.

Der Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Dortmund entspricht dem Stadtbezirk der Stadt Dortmund.

Lage

Bild: F.F., St. Petrikirche, 08.05.2012

Das Landgericht Dortmund liegt etwas außerhalb der Dortmunder Innenstadt. Dort befindet sich neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten die evangelische St. Petrikirche. Sie ist eine städtische westfälische Hallenkirche in hochgotischem Stil. Dem Idealtypus dieser Kirchenform nahekommend sind Mittelschiff und Seitenschiffe gleich hoch. Das Gebäude ist von fast quadratischem Grundriss mit verhältnismäßig kurzem Chor. Der Sakralbau ist ein bedeutendes Beispiel für die besondere Formgebung der Hallenkirchen in Westfalen. Der dreijochige Bau wurde 1322 begonnen und ist in hellem Sandstein ausgeführt. In ihrer heutigen Gestalt zeigt die Kirche wieder die ursprüngliche, mittelalterliche Form von Quersatteldächern über den Seitenschiffen. Bemerkenswert Auffällig ist der überdimensioniert wirkende Turmhelm, der 1981 in seiner früheren Höhe erneuert wurde. Der Turmhelm hat heute eine Gesamthöhe von etwa 60 Metern. Er besteht aus einer 15 Meter hohen Unterkonstruktion und einer 48 Meter hohen Turmspitze mit Weltkugel und Kreuz. Die gesamte Höhe der Petrikirche beläuft sich auf 105 Meter. Im Inneren von St. Petri ist das Goldene Wunder von Westfalen, ein flandrischer Schnitzaltar von 1521, zu sehen. Es handelt sich um einen spätgotischen Flügelaltar (Antwerpener Retabel) von 1521. Geschlossen zeigt der Altar die Anbetung der Eucharistie. Im ersten aufgeklappten Zustand sind 36 detaillierte Bilder zu sehen.

Dortmund als Gerichtsort

Bild: F.F., St. Petrikirche, 08.05.2012

Dortmund liegt am Hellweg, der bereits in vorrömischer Zeit ein bedeutender Verbindungsweg zwischen Rhein und Weser war. Karl der Große baute ihn zur Heerstraße aus. Bereits für das Jahr 899 ist eine Gerichtsverhandlung in Dortmund belegt (vgl. Linsmann, Gerichtsbarkeit in Dortmund, S. 248, in: Rechtspflege zwischen Rhein und Weser, Verein für Rechtsgeschichte im Gebiet des Oberlandesgerichts Hamm e. V., Hamm, 1970). Unter Heinrich II., der sich wiederholt in Dortmund aufgehalten hat, entschied 1016 eine hierher einberufene Synode über die von Bischof Meinwerk von Paderborn gegen seine Mutter Adela erhobene Beschuldigung, Meinwerks Bruder Dietrich mit Hilfe ihres zweiten Gatten Balderich ermordet zu haben. Es wurde auf eine Geldbuße erkannt (vgl. Linsmann, Gerichtsbarkeit in Dortmund, S. 247, in: Rechtspflege zwischen Rhein und Weser, Verein für Rechtsgeschichte im Gebiet des Oberlandesgerichts Hamm e. V., Hamm, 1970). Im Jahre 1152 berief Kaiser Friedrich Rotbart eine Reichsversammlung nach Dortmund ein, um einen Streit zwischen dem Reich und dem Kölner Erzbischof beizulegen (vgl. Linsmann, Gerichtsbarkeit in Dortmund, S. 248, in: Rechtspflege zwischen Rhein und Weser, Verein für Rechtsgeschichte im Gebiet des Oberlandesgerichts Hamm e. V., Hamm, 1970). Bereits im 12. Jahrhundert erhielt Dortmund durch Konrad III. (1138-1152) das Privileg eines eigenen Gerichtsstandes, das durch Friedrich I. und Friedrich II. bestätigt wurde (vgl. Linsmann, Gerichtsbarkeit in Dortmund, S. 248, in: Rechtspflege zwischen Rhein und Weser, Verein für Rechtsgeschichte im Gebiet des Oberlandesgerichts Hamm e. V., Hamm, 1970). Danach mussten sich Dortmunder nur innerhalb Dortmunds gegenüber dem Gericht des Grafen, dem iudex maior, oder seinem Unterrichter, der iudex suus, verantworten (vgl. Linsmann, Gerichtsbarkeit in Dortmund, S. 248, in: Rechtspflege zwischen Rhein und Weser, Verein für Rechtsgeschichte im Gebiet des Oberlandesgerichts Hamm e. V., Hamm, 1970). Im Mittelalter war Dortmund eine freie Reichsstadt und ein bedeutendes Mitglied der Hanse. Es erlebte durch den Wollhandel, insbesondere mit England und im Ostseeraum eine frühe Blütezeit. Die Stadt Memel sollte ursprünglich Neu-Dortmund genannt werden. Die englische Krone wurde Dortmunder Kaufleuten zeitweise verpfändet. Große Bedeutung hatte Dortmund als Sitz eines Femegerichts. Sein Femegericht bezeichnete sich als "des heiligen Reiches Kammer" (vgl. (vgl. Linsmann, Gerichtsbarkeit in Dortmund, S. 254, in: Rechtspflege zwischen Rhein und Weser, Verein für Rechtsgeschichte im Gebiet des Oberlandesgerichts Hamm e. V., Hamm, 1970). Im Mittelalter war die freie Reichsstadt Oberhof aller Städte zwischen Rhein und Weser, namentlich für die Städte Wesel, Höxter, Paderborn, Herford, Osnabrück, Lüdenscheid, Schwerte, Iserlohn, Essen, Vreden und Dorsten. "Alle diese Städte holten sich in Dortmund Rechtsbelehrung. Es war als Rechtsstadt so berühmt, dass es oft, auch von den Kaisern um Gutachten in Rechtssachen angegangen wurde" (vgl. Huch, Ricarda, Im alten Reich, Bremen, 1960, S. 62). Aus dem Jahre 1397 ist eine Statutensammlung, die in Handschriften verbreitet war und erst 1819 gedruckt wurde, überliefert (vgl. Holzborn, Timo, Die Geschichte der Gesetzespublikation - insbesondere von den Anfängen des Buchdrucks um 1450 bis zur Einführung von Gesetzesblättern im 19. Jahrhundert, Berlin, 2003, zugleich: Diss. iur., Bonn, 2003, S. 48). Vom mittelalterlichen Reichtum zeugen mehrere Kirchen (St. Petri, Reinoldi- und Marienkirche). Ende des 16. Jahrhunderts ist eine Welle von Hexenprozessen über Dortmund hingegangen und hat vor allem nach 1593 nach vorangegangenen Gottesurteilen zu mehreren Hinrichtungen und Verbrennungen geführt (vgl. Linsmann, Gerichtsbarkeit in Dortmund, S. 256, in: Rechtspflege zwischen Rhein und Weser, Verein für Rechtsgeschichte im Gebiet des Oberlandesgerichts Hamm e. V., Hamm, 1970). Während der französischen Besatzungszeit gehörte Dortmund zum Großherzogtum Bergh. Dortmund war Sitz des Tribunals des Ruhrdepartements und entschied in Zivil-, Berg- und Steuersachen sowie als Appellationsgericht gegen Entscheidungen der Friedensgerichte des Bezirks. Übergeordnet war der Appellationsgerichtshof in Düsseldorf. Dies änderte sich erst, als am 1. Januar 1815 das preußische Recht in Kraft gesetzt worden war. In preußischer Zeit war Dortmund, das bis 1820 zum Oberlandesgerichtsbezirk Cleve und sodann zum Oberlandesgerichtsbezirk Hamm gehörte, zunächst Sitz eines Stadt- und Landgerichts (vgl. Linsmann, Gerichtsbarkeit in Dortmund, S. 258 f, in: Rechtspflege zwischen Rhein und Weser, Verein für Rechtsgeschichte im Gebiet des Oberlandesgerichts Hamm e. V., Hamm, 1970). Nachdem Dortmund mit dem Niedergang des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation nahezu bedeutungslos geworden war, folgte im 19. und 20. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung eine weitere Blütezeit. Durch Verordnung vom 2. Januar 1849 wurde Dortmund Sitz eines Kreisgerichts, dessen Bezirk die Städte Dortmund, Hörde, Lünen und Schwerte angehörten (vgl. Linsmann, Gerichtsbarkeit in Dortmund, S. 259, in: Rechtspflege zwischen Rhein und Weser, Verein für Rechtsgeschichte im Gebiet des Oberlandesgerichts Hamm e. V., Hamm, 1970). Mit preußischem Gesetz vom 4. März 1878 wurde Dortmund Sitz des noch heute bestehenden Landgerichts.

Heute befindet sich in Dortmund der Sitz mehrerer Gerichte (Landgericht, Amtsgericht, Sozialgericht und Arbeitsgericht).

Terminsvertretung

Rechtsanwalt Feser bietet für Kollegen, die sich die Anreise nach Dortmund ersparen wollen, Terminsvertretungen zu den üblichen Konditionen vor dem Landgericht Dortmund an.

Bild: F.F., St. Petrikirche, 08.05.2012